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Oxly - Boote

Seiten: Dieselkraftstoff
C.A.R.E. Diesel - NEXBTL Motorausfall durch Dieselpest
Tankreinigung bei Dieselpest Professionelle Tankreinigung
Prävention: Kontrolle, Biozide Diesel testen. Mikrocount Fuel
© Thomas Gade / Mai 2015 (aktualisiert 2026)

Dieselpest – Vorbeugen

Kontrolle des Diesels

Muss es erst zum Motorausfall kommen, bevor man die Dieselpest entdeckt? Nein. Man kann einen Befall selbst feststellen, indem man eine Probe vom Tankboden entnimmt.

Dazu löst man am besten einen Deckel auf der Tankoberseite (z. B. die Halterung des Füllstandsgebers oder die Platte mit dem Absaugrohr). Mit einem Schlauch, an dessen Ende ein dünnes Führungsrohr befestigt ist (lang genug, um bis zum Tankboden zu reichen), saugt man etwas Diesel ab. Sofort erkennbar ist, ob der Kraftstoff klar bleibt oder trübe, dunkle bis olivgrüne Bestandteile enthält, die sich nach einiger Zeit absetzen.

Die Firma Schülke & Mayr bietet das Testkit „mikrocount® fuel“ zur Prüfung auf Mikroorganismen an. Am sinnvollsten ist der Test, wenn der Diesel bereits einige Zeit im Tank war. Gleich nach dem Tanken von frischem Diesel eine Probe zu entnehmen, bringt wenig, da der Tankboden trotzdem Bioschlamm enthalten kann.

Bei Booten, die im Winter mit vollem Tank an Land stehen, empfiehlt sich ein Test einige Tage vor dem Zuwasserlassen. So bleibt noch Zeit für eine Tankreinigung an Land, und das Ergebnis wird nicht durch frisch eingefüllten Diesel verfälscht.

Alternativ bietet Sea-Help ein Probenset an. Es enthält einen 3,5 Meter langen Schlauch mit Gewicht, eine Spritze, eine Probe-Flasche und eine Versandverpackung. Im Preis ist die Laboruntersuchung der Probe enthalten.

Testkits zur Feststellung von Mikroorganismen im Treibstoff

Schülke & Mayr – mikrocount® fuel
• Einzeltest: ca. 30 €
• 5er-Pack: ca. 125 €
• Nur einmal verwendbar

Sea-Help Probenset
• Preis: ca. 119 €
• Enthält Schlauch, Spritze, Flasche und Laboranalyse
• Nur einmal verwendbar

Bei langer Standzeit des Kraftstoffs ist ein jährlicher Check ratsam. Beim Kauf eines gebrauchten Bootes oder Wohnmobils mit Dieselantrieb sollte man ebenfalls einen Test durchführen.

Biozide

Grotamar Werbung

Additive mit biozider Wirkung können dem Diesel beim Tanken beigemischt werden, um das Wachstum von Mikroorganismen zu hemmen. Sea-Help empfiehlt „Diesel Plus“. Unter Bootsfahrern hat Grotamar 82 einen sehr guten Ruf und wird auch von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger eingesetzt.

Grotamar 82 (Nachfolger von Grotamar 71) verteilt sich gleichmäßiger im Kraftstoff und eignet sich daher besser für moderne Diesel mit Biodiesel-Anteil als das Vorgängerprodukt.

Wichtiger Hinweis (Stand 2026):
Seit dem 01.12.2018 darf Grotamar 82 aufgrund der Biozidverordnung **nur noch an Gewerbetreibende** verkauft werden. Privatkunden erhalten es nicht mehr direkt. Es stehen jedoch andere biozidhaltige Additive zur Verfügung, die für Privatpersonen frei erhältlich sind.

Biozide – Umweltverträglichkeit und Resistenz

Mineralölkonzerne lehnen eine generelle Beimischung von Bioziden in Tankstellendiesel ab. Bei normal genutzten Pkw mit häufigem Tankwechsel treten Probleme durch Mikroorganismen sehr selten auf. Die Anzahl der saisonal genutzten Fahrzeuge und Boote mit langen Standzeiten ist relativ gering. Eine flächendeckende Beigabe würde den Kraftstoff verteuern und die Umwelt zusätzlich belasten. Zudem besteht die Gefahr, dass Mikroorganismen Resistenzen entwickeln und die Mittel langfristig ihre Wirkung verlieren.

Die Situation ist vergleichbar mit dem Einsatz von Antibiotika in der Medizin: Diese sollten nur gezielt und in notwendigen Fällen verwendet werden, um ihre Wirksamkeit zu erhalten.

Biozide gegen das Wachstum von Mikroorganismen im Dieselkraftstoff

Die folgende Übersicht zeigt gängige Additive, die das Wachstum von Bioschlamm hemmen sollen. Die Preise sind ungefähre Orientierungswerte (Stand 2026) und können je nach Händler variieren. Grotamar 82
• Nur für Gewerbetreibende erhältlich
• Dosierung: 1:4000 (25 ml pro 100 L)
• Schockdosierung: 1:1000

ERC Diesel Plus 2.0
• Für Privatkunden frei erhältlich
• Dosierung: 1:1000 (100 ml pro 100 L)
• Schockdosierung: 1:200

Yachticon Diesel Plus
• Dosierung: 1:1000 (100 ml pro 100 L)
• Schockdosierung: 1:200

Liqui Moly Anti-Bakterien Diesel Additiv
• Dosierung: 1:1000 (100 ml pro 100 L)
• Schockdosierung: 1:200

Liqui Moly Boots-Diesel-Additiv
• Dosierung: 1:1000 (100 ml pro 100 L)
• Schockdosierung: 1:200

**Hinweis:** Bei starkem Befall reicht ein Biozid oft nicht aus. Die abgetöteten Mikroorganismen können selbst wieder als Nährstoff für neue dienen. In solchen Fällen ist eine professionelle Tankreinigung notwendig. Biozide lösen vorhandenen Bioschlamm nicht auf, sondern machen den Kraftstoff nur als Lebensraum ungeeignet.

Vorsorge

Beim Tanken sollte kein Regenwasser in den Tank gelangen. Die Dichtungen der Tankverschlüsse müssen regelmäßig kontrolliert und intakt sein.

Falls der Tank einen Ablass für abgeschiedenes Wasser hat, sollte dieses gelegentlich abgelassen werden. Nachgefüllter Diesel sollte frisch und von einer zuverlässigen Quelle stammen. Es ist keine gute Idee, direkt nach der Winterpause zu den ersten Kunden an einer Bootstankstelle zu gehören – dort lagert der Kraftstoff oft mehrere Monate.

Bei kleineren Tanks, die mit Kanistern befüllt werden, sollte man den Diesel von stark frequentierten Tankstellen bekannter Marken beziehen. Die Kanister selbst sind regelmäßig zu reinigen, da Restdiesel und sommerliche Wärme im Kofferraum das Bakterienwachstum begünstigen. Am besten mischt man bereits beim Befüllen der Kanister ein Biozid bei.

Kondenswasser im Tank vermeiden

Kondenswasser entsteht vor allem in teilentleerten Tanks, die großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Tagsüber dehnt sich die Luft aus und entweicht teilweise. Nachts zieht sich die Luft zusammen und saugt feuchte Außenluft an, die an den kalten Tankwänden kondensiert und ins Diesel tropft.

Fahrzeuge mit hohem Verbrauch und kurzen Tankintervallen sind davon kaum betroffen. Segelboote mit Hilfsmotor, die nur selten laufen, sammeln dagegen im Laufe der Zeit immer mehr Wasser im Tank.

Mögliche Gegenmaßnahmen: - Tank möglichst voll halten (besonders während langer Standzeiten) - Tank thermisch isolieren, um Temperaturschwankungen zu verringern - An der Tankentlüftung einfache Vorrichtungen anbringen, die Feuchtigkeit bereits vor dem Eintritt in den Tank kondensieren lassen

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