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Oxly - Boote



© Thomas Gade / Mai 2015 (aktualisiert 2026)

Testkit mikrocount® fuel von Schülke & Mayr GmbH

mikrocount fuel Testkit
mikrocount® fuel Testkit

Das Testkit von Schülke & Mayr enthält:

- Gebrauchsanleitung
- Sterile Einmalpipette
- 1 Paar Einmalhandschuhe
- Probenbehälter für 20 ml
- Glasflasche mit transparentem Gel (Nährboden)

Das Verfahren ist aus dem Biologieunterricht bekannt: Man impft einen Nährboden mit der zu untersuchenden Substanz, verschließt das Gefäß und wartet ab, ob Kulturen wachsen. Genau so funktioniert der mikrocount® fuel Test.

Zunächst entnimmt man eine Dieselprobe aus dem Tank – möglichst vom Boden, da sich dort Wasser, Grenzschichten und Bioschlamm ansammeln. Bei Tanks mit Ablasshahn ist das einfach. Bei vielen kleinen Booten muss man oft einen Schlauch durch den Einfüllstutzen führen.

Mit der sterilen Pipette wird eine kleine Menge Diesel in die Flasche mit dem transparenten Gel gegeben. Die Flasche wird gut verschlossen und kräftig geschüttelt, bis sich das Gel aufgelöst hat und gleichmäßig verteilt ist. Nun dient die Flasche als „Petrischale“. Mikroorganismen vermehren sich darin und machen sich durch Trübung und Verfärbung sichtbar.

Testflaschen Verfärbung des Gels
Bei unseren Tests trübte sich der Nährboden ein und nahm einen gelblichen bis bräunlichen Farbton an.

Testergebnisse
Probe 1 (2014): Nach Motorausfällen durch Dieselpest abgefüllt. Trotz Biozid-Zugabe hatte sich der Schlamm stark ausgebreitet.
Probe 2 (2015): Aus demselben Tank nach Reinigung und Schockdosierung mit Grotamar 82. Der Test zeigt nur noch geringe Aktivität von Mikroorganismen.
Probe 3: Aus einem anderen Sportboot mit sichtbarem Bioschlamm am Tankboden. Der Test bestätigt eine mittlere Kontamination.
Probe 4: Aus einem saisonal genutzten Wohnmobil. Leicht trüb, aber nur geringe Verfärbung im Test.

Sauberkeit und Temperatur

Für zuverlässige Ergebnisse muss sehr sauber gearbeitet werden, damit keine Fremdkeime das Ergebnis verfälschen. Das Gel mit der Dieselprobe sollte vier Tage bei 22–28 °C ruhen. Ist es kühler, dauert der Test länger. Am besten plant man die Lagerung der Flasche entsprechend.

Wann ist der Test sinnvoll?

Bei kleinen Tanks (ca. 60 Liter) eines Sportbootes ist der Test aus Kostengründen oft nicht wirtschaftlich, da man den Kraftstoff ohnehin sehen kann. Sinnvoll wird er bei großen Tanks (mehrere hundert Liter), bei denen eine komplette Entleerung und Reinigung aufwendig ist.

Der Test eignet sich auch gut, um nach einer Schockdosierung mit Biozid zu prüfen, ob die Behandlung erfolgreich war. Vor dem Bunkern größerer Mengen aus unbekannten Quellen kann er helfen, kontaminierten Kraftstoff frühzeitig zu erkennen.

Betriebe mit eigener Tankstelle (Landwirtschaft, Technikmuseen, Wassersportvereine) und besonders Betreiber von **Notstromaggregaten** in sensiblen Einrichtungen sollten den Kraftstoff regelmäßig testen.

Sensibilisierung für das Thema

Auch wenn der Test bei einer sichtbar verschmutzten Probe oft keine neuen Erkenntnisse bringt, ist er ein hervorragendes Mittel, um Verantwortliche (Fuhrparkleiter, Landwirte, Betreiber von Notstromanlagen) für das Thema zu sensibilisieren. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Diesel durch Oxidation altert und durch Mikroorganismen unbrauchbar werden kann.

Ein praktischer Test im Rahmen einer Schulung macht das Problem sichtbar und motiviert zu vorbeugenden Maßnahmen. So können Ausfälle vermieden oder zumindest schneller erkannt und behoben werden.

Wer bereits einen Motorausfall durch verunreinigten Diesel erlebt hat, sollte die Tankpflege ernst nehmen. Mit regelmäßiger Kontrolle, Bioziden und – wo möglich – dem Wechsel zu stabileren Kraftstoffen wie C.A.R.E. Diesel lassen sich die Risiken deutlich reduzieren.