Rettungsmittel

Automatik Rettungsweste

Restube

Floatee Anti-Ertrinken-T-Shirt

Schwimmnudel
Schwimmnudeln sind billige lange Würste aus Schaumstoff, die im Wasser Auftrieb bieten und die Sichtbarkeit der Schwimmer erhöhen.
Rettungsring
Checkliste Mann über Bord
Telefonnummern: ASB, DLRG und Wasserschutzpolizei in Berlin
Von 2015 bis 2024 sind in Deutschland jährlich zwischen etwa 299 und 537 Menschen beim Baden oder anderen Wassersportarten ertrunken. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2015 wurden 488 Todesfälle durch Ertrinken registriert. Im Jahr 2020 sank die Zahl auf 378 und 2021 auf 299, was den niedrigsten Wert der Dekade darstellt. Der Rückgang könnte durch die Einschränkungen aus der Covid-Pandemie erklärt werden. Insgesamt zeigt sich ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Höchstwerten, aber seit 2022 ist wieder ein Anstieg zu beobachten.
Todesfälle durch Ertrinken
2015 | 488 |
2016 | 537 |
2017 | 404 |
2018 | 504 |
2019 | 417 |
2020 | 378 |
2021 | 299 |
2022 | 355 |
2023 | 380 |
2024 | 411 |
Quelle: DLRG
Ursachen
Selbstüberschätzung, unzureichende Schwimmfähigkeiten, falsche Einschätzung der Gewässersituation, Kreislaufprobleme insbesondere bei Hitze, Kälteschock beim Sturz ins Wasser, Drogen, Krämpfe, fehlende Hilfe.
Die Hauptursachen für Ertrinken sind vielfältig. Häufig fehlt es an ausreichenden Schwimmfähigkeiten, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen. Viele Menschen überschätzen ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer im Wasser. Leichtsinn ist ebenfalls ein häufiger Faktor, etwa wenn Warnhinweise ignoriert oder in unbewachten Gewässern gebadet wird. Eine besonders gefährliche Ursache ist die falsche Einschätzung der Gewässersituation, vor allem in Flüssen mit starker Strömung oder an Buhnen. Auch Hitze und Kreislaufprobleme tragen zum Risiko bei, insbesondere wenn Menschen bei hohen Temperaturen plötzlich ins kalte Wasser springen. In solchen Fällen kann ein Kälteschock auftreten, der zu Bewusstlosigkeit und Ertrinken führt. Alkohol ist ein weiterer Risikofaktor, da er das Urteilsvermögen und die Reaktionsfähigkeit stark beeinträchtigt. Viele Unfälle passieren zudem, wenn Menschen allein schwimmen und im Notfall keine Hilfe verfügbar ist. Selbst geübte Schwimmer können durch Krämpfe in Notlagen geraten.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen: Im Jahr 2024 waren etwa 60 Prozent der Ertrunkenen über 55 Jahre alt. Auch Kinder sind stark gefährdet, vor allem wenn sie unbeaufsichtigt in der Nähe von Gewässern spielen. Selbst kleine Wasserflächen wie Planschbecken oder Bäche können für Kleinkinder tödlich sein. Zur Vorbeugung von Ertrinkungsunfällen sollte man niemals alleine oder ohne Schwimmhilfe in Gewässern baden, in denen man nicht mit dem Kopf oberhalb des Wasser stehen kann. Vor dem Baden hat man sich abzukühlen, man sollte nicht mit vollem oder leerem Magen ins Wasser zu gehen, auf Alkohol zu verzichten und Kinder stets zu beaufsichtigen. Warnhinweise und Strömungen sind ernst zu nehmen.
Gefahr für Retter
Wenn eine Person im Wasser in Not gerät und kein Rettungsring oder anderer Auftriebskörper verfügbar ist, kann sie schnell in Panik geraten. Diese Panikreaktion ist für Retter besonders gefährlich, da die betroffene Person sich oft unkontrolliert bewegt, um sich über Wasser zu halten, und dabei reflexhaft versucht, sich an den Retter zu klammern. Das kann dazu führen, dass beide Personen unter Wasser gezogen werden und selbst geübte Schwimmer in Lebensgefahr geraten. Dadurch besteht ein hohes Risiko für den Retter, insbesondere wenn er selbst keinen Schwimmkörper mitnimmt, an den sich die ertrinkende Person klammern kann. Sie ist in der Regel durch die Panik oder Erschöpfung nicht mehr ansprechbar und handelt instinktiv, was eine kontrollierte Rettung erschwert.
Retter sollten stets ihrer eigenen Sicherheit Vorrang geben. Warum sollte man beim Versuch, einem anderen zu helfen, ertrinken? In der Praxis ist das gar nicht so einfach. Im Hafen erlebte ich einmal, dass eine Frau ihrem kleinen Hund hinterher sprang, der vom Steg ins Wasser gefallen war. Das Wasser war ziemlich kalt und die Frau wäre ohne die Hilfe von zwei Männern, die hinzukamen, durch den Kälteschock wohl nicht aus eigener Kraft aus dem Wasser gekommen. Sie hatte auch Schnittwunden durch Muscheln an den Pfählen des Steges.
Eltern werden reflexartig auch so reagieren, wenn etwa ein Kleinkind ins Wasser fällt. Dann hat man nicht viel Zeit zum Nachdenken, Eile ist geboten, aber eine unbedachte Reaktion kann schlimme Folgen haben.
Schwimmkörper
Im Sommer werden auf Booten oder SUPs an warmen Tagen und scheinbar ruhigen Gewässern häufig gar keine Schwimmwesten getragen. Es sollte aber immer ein Rettungsring oder ein anderer vergleichbarer Auftriebskörper griffbereit an Bord liegen, um ihm jemand zuwerfen zu können, der im Wasser ist. Der Schwimmkörper ist auch besser sichtbar als eine Person und hilft Bootsfahrern sie während eines Wendemanövers nicht aus dem Auge zu verlieren. Aus der Fernsehserie Bay Watch kennen wir Auftriebskörper, die jeder Retter mitnahm, um sie dem Ertrinkenden zu geben.
Das ist sehr wichtig. Ein mitgeführter Schwimmkörper, etwa ein Rettungsring, eine Schwimmnudel, ein aufblasbarer Ball oder ein spezielles Gerät wie das Restube, kann die Situation deutlich entschärfen. Solche Gegenstände bieten Ertrinkenden sofort etwas zum Festhalten, was die Panik reduziert und die Gefahr für den Retter minimiert. Der Retter kann den Schwimmkörper aus sicherer Entfernung zuwerfen oder sich ihm mit dem Schwimmkörper nähern, ohne direkten Körperkontakt eingehen zu müssen. Zudem erhöht ein Schwimmkörper die Sichtbarkeit im Wasser, was besonders in offenen Gewässern oder bei schlechter Sicht hilfreich ist. Für den Retter bedeutet das eine geringere körperliche Belastung und ein verringertes Risiko, selbst in Not zu geraten sowie eine bessere Kontrolle über die Lage.
Panik ist eine ernsthafte Gefahr für Retter. Das Mitführen eines Schwimmkörpers kann Leben retten, sowohl das des Ertrinkenden als auch das des Helfenden. Es ist eine einfache, aber äußerst wirksame Maßnahme zur Sicherheit im und am Wasser.
Präventive Rettungsmittel
Für verschiedene Wassersportarten gibt es sehr gute präventive Rettungsmittel, etwa automatisch sich selbst aufblasende Rettungswesten, die meistens auf Booten getragen werden. Fällt jemand über Bord, bläst sich ein Schwimmkörper auf, dreht die Personen in Rückenlage und hält ihren Kopf über Wasser. Solche Rettungswesten sind allerdings nicht für Kajakfahrer geeignet, die eventuell bei Eskimorollen unter Wasser geraten oder im Wildwasser auf jeden Fall nass werden. In solchen Situationen würden sich solche Rettungswesten aufblasen, ohne dass dies erwünscht ist. Das kann sogar nachteilig sein. Der oben stehende Index führt zu diversen Seiten, auf denen unterschiedliche Schwimmhilfen dargestellt sind.