Film – Bootsfahrt im Revier südliches Berlin und Potsdam

Das Ende der diesjährigen Bootssaison rückt näher. Um den 20 Oktober werden die meisten Boote in ihre Winterlager verbracht. Nach diesem wolkigen und verregneten Sommer kommt das Ende viel zu früh. Manch geplante Tour ist nicht zustande gekommen. Das ist Grund genug, die letzten Tage so gut wie möglich auszunutzen und Fahrten zu unternehmen. Wir schipperten am vergangenen Wochenende südlich von Berlin auf den Seen des Griebnitzkanals und auf der Havel zur Pfaueninsel.  Bald  wieder ohne Boot – ein erster Anflug von Wehmut fuhr mit.  Wir filmten unsere Tour.

 

Wir haben noch zahlreiche weitere Filme von unseren Bootsfahrten gedreht. Siehe:  Index

0 Kommentare zu Film – Bootsfahrt im Revier südliches Berlin und Potsdam

  • jens niehaus

    einfach herrlich das ganze. als potsdamer liebe ich brandenburgs flüsse, seen und wälder .

    Sehe ich die Bilder, sind es die Erinnerungen, die ich in meinem Buch niedergeschrieben habe. Hier ein kleiner Ausschnitt.

    Ein Katz und Mausspiel
    Den Verlauf der Staatsgrenze im Bereich des Griebnitzsees wurde schon in den siebziger Jahren durch rote Grenzbojen markiert. Parallel dazu, ließ der West-Berliner Senat eine Kette aus weißen Bojen mit der Aufschrift „Sektorengrenze“ errichten. Einen Grenzzaun, oder eine Mauer mitten im Fluss aufzustellen, war nun mal nicht möglich. Die Grenzsicherungsboote, die auf der Havel zu den schnellsten gehörten, liessen das besonders den West-Berlinern, der Wasserschutzpolizei, den Angehörigen des Zolls und den Alliierten spüren. Oft wurde ich Zeuge, wenn die Matrosen von der Bootskompanie die „Freizeitkapitäne“ von der anderen Seite aufforderten, sich hinter die Bojenbegrenzung zurückzuziehen. Kamen diese ihren Weisungen einmal nicht nach, wurde zwar nicht auf sie geschossen, doch mussten sie damit rechnen von den hohen Bugwellen, der mit sechzig kmh auf sie zu rasenden Boote erfasst zu werden und dabei umzukippen.
    Auch die West-Berliner Fahrgastschiffe und Sportboote mussten darauf achten, dass sie sich an die Grenzmarkierungen hielten. Großes Aufsehen erregte einmal ein sogenanntes „GSB 066“, das mit laut dröhnenden Motoren auf eine Stelle am Ufer zufuhr und seine Anker warf. Die suchen bestimmt etwas, dachte ich, als ich die beiden Taucher vom Deck herab ins Wasser springen sah, die gleich darin untertauchten. Nur wenige Meter von den Booten und Grenzmarkierungen entfernt, verfolgten nun auch die West-Berliner jede Handlung der Grenzer. Die Taucher, die nur kurz an der Wasseroberfläche erschienen, reichten den Matrosen nun, von meinem Standort aus leider nicht erkennbare Gegenstände. Dreißig Minuten später war die Aktion vorbei und das Boot fuhr langsam wieder zurück in Richtung seines Stützpunkt an der Potsdamer Bertinistrasse. Die Handlung, so erfuhr ich am nächsten Tag, galt vier voll aufmunitionierten Kalaschnikow-Magazinen, die einem Matrosen aus der Tasche gerutscht waren, als er sich zu weit über die Reling gebeugt hatte. Die Taucher hätten die Suche nur wegen des meterdicken Schlammes im See aufgeben müssen, hieß es dazu noch.
    Oft muss ich an die ehemalige West-Berliner Mülldeponie Wannsee denken, von wo aus der Wind immer wieder Zeitungen, Werbematerial und andere Schriften in die Luft wirbelte, die dann in Babelsberg auf Straßen und Plätzen niedergingen. Gefehlt hätte noch, die Genossen von der Partei hätten uns aufgefordert, die „Schund und Schmutzliteratur“ einzusammeln, und an zentraler Stelle abzugeben.
    Den Spaziergängern auf der ehemaligen Mülldeponie bietet sich heute ein fantastischer Blick hinüber nach Potsdam mit seiner wundervollen Umgebung.

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