Bootsbesichtigung in einem Anglerverein am Tegeler See.

Wir hatten uns mit dem Anbieter eines Bootes auf einem Parkplatz am Tegeler See verabredet. Die ‚Santana, ein 5,5m kleines Kajütboot mit straßentauglichem Trailer und 40 PS Außenborder sollte für 4999 € ihren Besitzer wechseln. fast zu schön, um wahr zu sein.  Per Handy wurden wir vom Parkplatz zum nahegelegenem Bootsliegestand in einem Anglerverein dirigiert. Auf dem Gelände des Vereins lagen die Boote dicht an dicht auf ihren Böcken.  Einige  Männer in Arbeitskleidung wuselten zwischen den Booten herum. An Motoren wurde  geschraubt, ein Unterboden geschliffen und sonstwas gebastelt.

Das zu verkaufende Boot lag bereits im Wasser.  Auf dem Steg stellte sich schnell heraus, dass es arg verschlissen war. Die Stellen, an denen die Reeling mit dem Rumpf verschraubt war, wiesen Risse auf trotz der gegenteiligen Beteuerungen des Eigentümers,  der meinte, dass nur der Lack betroffen sei.  Um den 2-Takter schillerte das Wasser bunt. Öl oder Treibstoff war ausgetreten. Der Verbrauch lag bei 8 Litern pro Stunde für Geschwindigkeiten, die auf Berliner Gewässern erlaubt waren. Wir sagten ab.

Am Ufer fragte ich einen Mann, ob ein weiteres Boot zu verkaufen sei. Natürlich gab es eins. Ein Vereinskamerad war 94 Jahre alt geworden und wollte nicht mehr im eigenen Boot raus. Es stand auf Böcken und hatte einen modernen Honda 40 PS 4-Takt Außenborder.  Wir zogen die Plane runter. Das Boot sah gut aus, obwohl es keine Kabine hatte, was eine Einschränkung beim Wasserwandern wäre.  Wir verhandelten trotzdem.  Der Motor war reizvoll. Der abwesende Eigentümer hatte als Preis 6000 € angedacht. Sein Stellvertreter kam uns gleich um 1000 € entgegen. Für 4000 € wäre es wohl zu haben gewesen.  Den Unterboden hätte der Sohn eines Vereinskameraden für 50 € abgeschliffen und neu gestrichen.

Sportboot - 4,63m Länge mit 40PS

Sportboot – 4,63m Länge mit 40PS

 

Blick unter die Haube des Honda 40 PS - alles okay.

Blick unter die Haube des Honda 40 PS – alles okay.

Am interessantesten war die Mitteilung, dass man für 21 € monatlich Mitglied mit Liegeplatz im Verein werden kann. Zusätzlich wären 10 Stunden Arbeitsdienst pro Jahr abzuleisten. Für einen Liegeplatz am Tegeler See war das spottbillig. Die Leute waren freundlich und praktisch veranlagt. Jeder schien jedem zu helfen.  Wir wurden rumgeführt und konnten auch das schöne Holzboot eines Mitglieds bestaunen.  Im Vereinslokal standen die üblichen Pokale in der Vitrine.  Der neue Fernseher war extra für die Fussballweltmeisterschaft der Frauen  angeschafft worden. Ein paar Ruderboote des Typs Anka aus der ehemaligen DDR lagen im Schuppen. Sie standen allen Vereinsmitgliedern zur Verfügung.

Der Verein hatte keinen Kran, um Boote aus dem Wasser zu holen und nur eine kleine Rampe zum Slippen.  Wir konnten zusehen, wie die Jungs ein Boot zu Wasser ließen. Das sah routiniert und gekonnt aus.

Alle fassen mit an. Ein Boot wird zu Wasser gelassen.

Alle fassen mit an. Ein Boot wird zu Wasser gelassen.

 

Das Boot ist fast im Wasser

Das Boot ist gleich im Wasser

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