Covid-19 / Berlin. Einige Sportboote bleiben doch im Hafen.

4.4.2020. Gestern atmeten die Berliner Bootsfahrer auf. Die Berliner Wasserschutzpolizei hatte eine PDF-Datei veröffentlicht, der zufolge trotz Covid-19 nun doch eine Nutzung vieler privater Sportboote möglich war. Wir berichteten darüber. Die Freude war nur von kurzer Dauer. Heute Mittag erhielten wir aus verschiedenen Segelvereinen die Meldung, dass diese Lockerungen wieder einkassiert wurden. Die Vereine hatten vom Landessportbund Berlin eine Mitteilung erhalten. Der Joersfelder Segel-Club e.V. zitierte daraus:

„Die Verlautbarung der WSP war mit der Senatsinnenverwaltung nicht abgestimmt, die Senatsverordnung untersagt weiterhin den Vereinssport und erlaubt nur wenige Ausnahmen des Leistungssports auf Antrag.

Daran hat sich nichts geändert. Zu privaten Sportanlagen gehören auch Bootsplätze, Stege, Grundstück etc.

Der LSB verhandelt aktuell mit dem Senat über Öffnungsklauseln, da wird der Wassersport mit dabei sein. Diese Verhandlungen sollten wir aber abwarten. …“
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Noch am Vormittag hatten einige Vereine telefonisch von der Wasserschutzpolizei eine mündliche Bestätigung der gestrigen Veränderungen erhalten. Doch dann verschwand der Downloadlink von der Webseite der Wasserschutzpolizei. Der PDF-Flyer mit den Lockerungen war aber während des Verfassens dieses Beitrag noch unter der alten Adresse herunter zu laden.

Wie war das auf die Schnelle zu bewerten? Man konnte nur vermuten: Der PDF-Flyer der Wasserschutzpolizei wurde am Freitag veröffentlicht. Einen Tag später galt er nicht mehr. Es ist nicht anzunehmen, dass die Wasserschutzpolizei ihn ohne einen vorherigen Informationsaustausch mit dem Senat erstellte und veröffentlichte,  dennoch hieß es im Schreiben des LSB, dass er nicht mit der Senatsinnenverwaltung abgestimmt war.  Eine Kommunikationspanne? Im besten Falle mussten die Vorschriften nach dem Wochenende nochmals von allen relevanten Akteuren bestätigt werden.  Die Perspektive blieb jedoch unklar.

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6.4.2020  Die Berliner WSP veröffentlichte einen neuen PDF Flyer. Demzufolge dürfen Boote in gewerblichen Häfen genutzt werden, in Sportvereinen jedoch nicht.  Begründung:
„… aus Gründen der Kontrollierbarkeit ist dies nicht zulässig.“

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7. 4. 2020 Mit einem weiteren PDF-Flyer bestätigte die WSP die gestrigen Entscheidungen.

Das Landessportbund sollte nun darüber nachdenken, wie die Wassersportvereine während der Corona-Krise eine gleich gute Kontrollierbarkeit der Häfen anbieten kann, wie sie in gewerblichen Häfen vorherrschte.

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