Corona und Wassersport – Verstand einschalten

Der Corona / Covid-19 Virus gilt als gefährlich und hochinfektiös. Deswegen sind Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie erlassen worden. Sie gelten auch für Vereinsgelände und Steganlagen. Überall dort, wo sich Menschen begegnen, kann es zu Ansteckungen kommen. Es dürfte mittlerweile bei den meisten Bürgern angekommen sein, dass Infektionsmittel und Schutzkleidung nicht in ausreichender Menge verfügbar sind. Nicht einmal primitiv anmutender Mundschutz ist im Handel zu ergattern. Die Lager sind leergekauft. Nachschub ist noch nicht in Sicht. Dieser Mangel muss erst behoben werden.

Gemeinsam Boot fahren macht Spaß, aber solche Zusammenkünfte auf engem Raum sind aktuell nicht gestattet. Der Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen Personen kann so gar nicht eingehalten werden.

So, wie die gute individuelle Fitness der Bürger wichtig ist, um den Verlauf einer Corona Infektion milde verlaufen zu lassen, trägt die drastische Verringerung sozialer Kontakte dazu bei, die Zahl der Ansteckungen zu verringern. Ziel ist es, die medizinische Versorgung während der Pandemie nicht an ihre Kapazitätsgrenzen zu bringen, sondern stets ausreichende Behandlungsplätze, Medikamente, Sicherheitskleidung und genügend medizinisches Personal zu haben. Noch gibt es keine Impfung gegen Covid-19 und die Wirksamkeit verschiedener Therapieansätze ist noch umstritten. Das wird sich ändern. Dann wird es auch zu einer Entspannung kommen. Vielleicht verabschiedet sich Covid-19 sogar genauso plötzlich und von selbst wie SARS 1. Aber noch ist es nicht soweit.

Boot fahren trotz Corona

Individualsport und der Aufenthalt an frischer Luft sind gut auf Booten möglich. Wie kann man sich besser von anderen fernhalten als auf Booten – egal ob sie fahren oder mit ausreichendem Abstand vor Anker liegen? Die strengen Fahrverbote werden in einigen Bundesländern gelockert. Man darf mit eigenen Booten fahren.

Das Problem ist jedoch das Hafengelände. Dort begegnen sich die Bootseigner und ihre Mitfahrer. In den Marinas und Vereinen entstehen Freundschaften und soziale Rituale, die momentan zum großen Teil nicht praktiziert werden dürfen.

Bootseigner tragen durch vernünftige Verhalten an den Stegplätzen dazu bei, die Ansteckungen gering zu halten oder bewirken durch Dummheit, Ignoranz und Leichtsinn das Gegenteil.

Hohes Risiko in Wassersportvereinen für ältere Bootsbesitzer

Das durchschnittliche Alter vieler Bootseigner ist hoch. In vielen Wassersportvereinen fehlt der Nachwuchs. Ältere Menschen tragen bei Corona das höchste Risiko. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen, deren Boote im gleichen Hafen liegen, auf Händeschütteln und Umarmungen zur Begrüßung und Ähnliches verzichten. Einige sonst geschätzte soziale Verhaltensweisen sind aktuell einfach nicht angemessen und aus gutem Grund verboten.

Jetzt muss man es sich verkneifen, die Bootskollegen der Reihe nach auf ihren Booten zu besuchen oder auf das eigene zum Kaffee einzuladen. Es müssen nun auch nicht in Gemeinschaftsaktionen die Flaggenmasten in den Vereinen aufgestellt werden. Auch traditionelle Zusammenkünfte zum Starten einer Saison mit gemeinsamem Umtrunk sind momentan grober Unfug mit hohen gesundheitlichen Risiken für einige.

Leider verstehen das nicht alle mit Menschen. Nicht wenige brauchen häufig nahe soziale und taktile Kontakte. Sie definieren sich sogar über ihre Beliebtheit und Akzeptanz. Für solche Menschen ist es schwer, nun den gebotenen Abstand zu halten oder auf lieb gewonnene Gewohnheiten zu verzichten. Rücksichtnahme und auch die Verantwortung für das Wohl anderer müssen im Vordergrund stehen.

Deshalb ist das Zeigen der roten Karte bei unpassenden Verhaltensweisen auf jeden Fall (!) geboten und man sollte keine Scheu haben, Bootskollegen auf Fehlverhalten hinzuweisen und gegebenenfalls vom Vereinsvorstand oder den Hafenbetreibern fordern, hier aktiv zu werden. Mit Sicherheit werden die Behörden strengere Vorschriften erlassen, wenn fahrlässiges Verhaltens in den Häfen häufiger beobachtet wird. Es liegt also auch an den Bootsfahrern, sich ihre Möglichkeiten zu bewahren.

Übrigens geht es auch um die eigene Sicherheit. Die Corona-Verbote sind gleichzeitig auch Rechte. Man hat einen Anspruch auf mindestens 1,5 Meter Abstand. Wem dieser versagt wird trotz vorhandener Möglichkeiten, sollte sich das nicht gefallen lassen.

Eine Antwort auf: Corona und Wassersport – Verstand einschalten

  • Egon Mastbruch

    Spätestens wenn die erste Dame mit ihrem Kuchen kommt und die Stegnachbarn einlädt, kann es kompliziert werden. Sie wird nicht auf Lob und Anerkennung verzichten wollen und das Corona-Thema herunterspielen. Ebenso die Herren, die auf das gemeinsame Biertrinken nicht verzichten wollen. Wer dagegen hält, könnte als Spielverderber ins Abseits geraten. Bis der erste ernste Corona-Fall in der Hafengemeinschaft auftritt. Dann will natürlich niemand Teil der Infektionsübertragung gewesen sein. Leichtsinn und Viren machen auch vor Stegen nicht Halt.

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