Manöver des letzten Augenblicks der Havel Queen vor Maienwerder

13. 7. 2013. Berlin. Das Fahrgastschiff Havel Queen fährt auf der Havel und nimmt Kurs auf eine enge Stelle zwischen der Insel Maienwerder und der schmalen Landzunge ‚Kleine Malche‘. Von Ufer zu Ufer sind es knapp 50 m. Die Havel Queen ist 67 m lang und 9 m breit, ein ganz schöner Brocken für das Nadelöhr, das durchfahren werden muss, um in den Tegeler See zu gelangen. Es weht ein frischer Wind. Auf dem Wasser sind allerhand Sportboote unterwegs, darunter diverse Segelboote, die ebenfalls die enge Stelle zwischen Maienwerder und der Kleinen Malche passieren möchten. Durch die Landzunge und mehrere Inseln kann man nicht weit sehen und jeder muss hier besonders stark aufpassen, damit es nicht zu Unfällen kommt.

MS Havel Queen fährt in die Einfahrt zum Tegler See.

MS Havel Queen fährt in die Einfahrt zum Tegler See.

Der rote Pfeil kennzeichnet die schmale Stelle.

Gegen 12:30 Uhr begegnet die Havelqueen in der engen Stelle einem Segelboot. Eine Kollision scheint unvermeidlich. Der Ausflugsdampfer sieht sich zu einem Manöver des letzten Augenblicks gezwungen. Eine Berührung der Boote kann knapp vermieden werden, aber die Backbordseite des Bugs der Havel Queen streift die Insel und reißt mit lautem Knacken einen dicken Ast ab. Das Fahrgastschiff legt sich quer, kommt aber aus eigener Kraft aus der Situation. Vorne am Bug hängt der belaubte Ast. Ein Fahnenmast ist abgerissen. Auf der Höhe des Ankers gibt es einen deutlich sichtbaren Lackabrieb. Der Ast löst sich von der Havel Queen, treibt im Fahrwasser und wird von der Wasserschutzpolizei in Schlepp genommen. Ein Rettungsboot des DLRG fährt ein paarmal hin und her. Das Wasser wird nach treibenden Hindernissen abgesucht.

Bild von dem Schauplatz

Bild von dem Schauplatz

Dieses Archivfoto zeigt die schmale Stelle. Man kann nicht erkennen, ob ein Boot um die Ecke kommt. Ein großer Ausflugsdampfer und kreuzende Segelboote können sich hier in die Quere kommen. Das folgende Foto zeigt dieselbe Stelle mit einem Fahrgastschiff. Viel Raum zum Ausweichen ist hier nicht gegeben.

Fahrgastschiff in schmalem Fahrwasser

Fahrgastschiff im schmalen Fahrwasser

Hier berührte die MS Havel Queen die Insel Maienwerder.

Hier berührte die MS Havel Queen die Insel Maienwerder.

4 Antworten auf: Manöver des letzten Augenblicks der Havel Queen vor Maienwerder

  • Moin moin, jeder Sportler sollte mal einen Tag im Steuerhaus eines Fahrgastschiffes verbringen. Wenn er dann mal das Ruder führen darf wird er sich über seine Wassersportkollegen wundern wie die ohne zu schauen einfach in Engstellen fahren.
    Vorausschauend fahren ist gar nicht so einfach. Wir als Berufsschiffer müssen das jede Sekunde. Nehmt doch einfach Rücksicht auf die Berufsschifffahrt, es ist doch nicht einfach durch Berlin zu fahren. Man darf doch auch mit einem Sportfahrzeug einfach mal warten. Viele Grüße mit der „Bitte“ guter Zusammenarbeit aus Duisburg Rolf

  • Jens

    Das Segelboot kam wahrscheinlich nicht aus dem Knick und hatte keinen Motor an. Was sollte der Schiffsführer anderes machen, als es irgendwie nicht zu rammen? Die Polizei ermittelt noch.

    Jens

  • Heidemarie

    Rücksicht auf dem Wasser ist das A & O. So wurde es uns in der Ausbildung beigebracht. Für die Segler gilt das aber nicht (sorry, für die wenigen, die sich daran gebunden fühlen). Natürlich reagiert ein Segler anders als ein MoBo. Aber mit Vorausdenken, weniger Egoismus, machohaftes Verhalten, Rücksicht, Herzlichkeit, Freundlichkeit und Mit- nicht Gegeneinander würde das Leben auf dem Wasser noch mehr Spass machen. Die Ausbilder in den Segelschulen sollten sich das vorallem auf ihre Fahne schreiben – damit der kindische Gedanke – ich Segler – du nichts – langsam aber sicher verschwindet. Dann könnten die vielen Beinahezusammenstösse oder Manöver des letzen Augenblicks vermindert werden. Jeder hätte dann wieder mehr Spass an der Arbeit oder beim Relaxen.
    Heidemarie, begeisterte u. stressfrei liebende MoBoSkipperin

  • dieter berk

    ich habe die ganze geschichte von der anderen seite mitbekommen der segler hatte gegenwind und sich wahrscheinlich verschätzt,wurde vom nord wind immer mehr nach back bord kurz vor dem steg gegen die bäume gedrückt da hätte er mal liegenbleiben sollen, bis die queen durch war, hat er aber noch mal versucht ne wende zu fahren ,ging ganz schön in die hose

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