Berlin. Tegeler See. ASB Rettungsmannschaft hilft erschöpfter Windsurferin

Auf dem Tegeler See zwischen der Insel Baumwerder und dem rechten Ufer sitzt eine Frau auf einem Surfbrett. Das Segel treibt im Wasser. Sie trägt einen Neoprenanzug und rudert kräftig mit den Armen, um näher an das Ufer zu kommen. Sie wirkt entkräftet und scheint nicht gegen den Wind und die leichte Strömung voranzukommen. Wir halten mit unserem Boot auf sie zu und bieten Hilfe an. Wir wollen ihr ein Seil zuwerfen, um sie 200 m weit in die nahe gelegene Bucht zu ziehen, auf die sie zuhält. Sie lehnt ab und meint, sie würde gleich ihr Segel hochziehen, sobald einige Boote vorbei seien. Nicht ganz überzeugt fahren wir langsam weiter, denn in der Nähe ist kein anderes Boot zu sehen. Wir behalten sie im Auge. Sie stellt sich auf ihr Surfbrett und zieht an dem Segel, das aus dem Wasser kommt, aber nicht lange von ihr gehalten werden kann. Sie fällt in das Wasser, zieht sich auf ihr Surfbrett und rudert mit hastigen Armbewegungen. Wir wenden und halten mit geringster Fahrt erneut auf sie zu. Mittlerweile hat ein Mann in einem schmalen Kanu mit Segel ebenfalls den Eindruck, dass es ratsam sei, zu ihr zu fahren und nach dem Rechten zu schauen. Das scheint der Besatzung der unweit gelegenen Rettungsstation des Arbeiter-Samariter-Bundes nicht entgangen zu sein. Ein Rettungsboot wird klargemacht und fährt zu ihr rüber. Diesmal nimmt die Surferin die Hilfe an. Sie wird mit ihrem Surfbrett und Segel an Bord genommen und zum Strand gefahren, den sie aus eigener Kraft nicht erreichen kann.  (Berlin, 3. 10. 2012 / 15.45)

Ein Kanu unter Segel nähert sich der treibenden Windsurferin

Ein Kanu unter Segel nähert sich der treibenden Windsurferin.

Ein Rettungsboot vom ASB fährt zu der Surferin.

Ein Rettungsboot vom ASB fährt zu der Surferin.

Die Besatzung spricht sie an.

Die Besatzung spricht sie an.

Die Surferin wird an Bord genommen.

Die Surferin wird an Bord genommen.

Das Surfbrett und Segel werden geborgen.

Das Surfbrett und Segel werden geborgen.

Die Surferin hat Glück im Unglück. Einerseits passiert ihr das Malheur ganz in der Nähe von einer Rettungsstation und andererseits sind Bootsfahrer in ihrer Umgebung auf sie aufmerksam geworden. Wenige Minuten vor dem Eintreffen des Rettungsbootes des ASB lehnt sie die angebotene Unterstüzung noch ab. Vermutlich ist ihr in dem Moment noch gar nicht bewußt, dass sie es alleine nicht zurück schaffen wird. Dabei hat sie sich schon mächtig verausgabt, um aus der Mitte des dortigen Wasserabschnitts zu kommen, in dem regelmäßig Fahrgastschiffe entlang fahren.

An Bord diskutieren wir den Fall. Meine Begleiterin erinnert sich daran, dass Surfer eine laute Trillerpfeife dabei haben sollen, um Hilfe zu rufen. Soweit zu den Empfehlungen. Aber wie steht es um die Selbstwahrnehmung und realistische Einschätzung der eigenen Lage? Man muss seine eigene Hilfsbedürftigkeit rechtzeitig erkennen und bereit sein, Hilfe zu akzeptieren. Wir erörtern unsere Bordmittel zur Meldung einer Havarie und beschließen, ergänzend zum elektrisch betriebenen  Horn eine laute Vuvuzela mitzunehmen und unseren Bootsfreunden jeweils eine zu schenken.

Das Rettungsboot brachte die Surferin zum nahe gelegenen Strand.

Das Rettungsboot brachte die Surferin zum nahe gelegenen Strand.

2 Antworten auf: Berlin. Tegeler See. ASB Rettungsmannschaft hilft erschöpfter Windsurferin

  • Malte

    Gut, dass es die Rettungsboote gibt. Im Tegeler See gibt es meines Wissens drei DLRG Stationen und eine vom ASB. Die WSP dreht dort regelmäßig ihre Runden. Der See ist mit reichlich Helfern abgedeckt.

  • Jens

    In Potsdam ist vor einigen Tagen ein manvörieunfähiges Sportboot von einem Fahrgastschiff gerammt worden. Da haperte es offenbar an einer lautstarken und/oder ins Auge fallenden Bekanntmachung der Situation an Bord. Eine Vuvuzela ist kein schlechte Idee. Noch besser wäre ein druckluftbetriebenes Nebelhorn wie für das Fußballstadion. Das kostet nicht die Welt und ist praktisch, wenn das Elektrohorn mangels Saft keinen Mucks macht.

    Jens

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