|
|
Vier Tage vor dem Beginn des Prozesses wegen der Vergewaltigungsvorwürfe gegen Jörg Kachelmann, wärmen die Medien das Thema auf, das viele mit Spannung verfolgen. Eine Frau hatte ihn wegen Vergewaltigung angezeigt. Dafür saß er ein paar Monate in U-Haft und hat mittlerweile ein arg ramponiertes Image.
Gestandene Nachtschwärmer und andere, die gelegentlich oder ständig in Affären aber auch Parallelaffären und Beziehungen verwickelt sind, denen handfeste Tändeleien mit oder ohne Suff nicht fremd sind, denen eine Folge aus temperamentvollen Begegnungen mit Tränen, Lachen, Zärtlichkeiten, Sex, Nähe aber auch Enttäuschung geläufig sind, fragen sich angesichts des Kachelmann Falls, ob es ihnen auch passieren kann, dass sie so an den Pranger gestellt werden für Handlungen, die sich vermeintlich im beiderseitigen Einverständnis abgespielt haben. Leidenschaft ist keine Harmonie sondern ein Wechselbad der Gefühle. Vernunft und Konsequenz geraten dabei oft in den Hintergrund.
Jedenfalls wird es der Richter im Kachelmann Verfahren nicht leicht haben. Er muss die Gratwanderung aus dem Erkennen von Lügen, Intrigen und dem Abwägen, ob das, was als Wahrheit erkennbar wird, ahndungswürdige Straftaten sind oder eher Fälle für den Psychologen, bewältigen und dem Medienrummel standhalten. Ein Ausgang des Verfahrens zu Ungunsten von Kachelmann wird ein ähnliches Signal setzen wie Mitte der 1980er das Thema AIDS. Die Devise “Angucken? Ja. Anfassen? Nein!” wird angesichts des Risikos, durch jede Beziehung und Affäre juristisch angreifbar zu sein, noch stärker betont.
Die SPD windet sich mächtig um Thilo Sarrazin. Er ist ihr ein Dorn im Fleisch. Doch das aufgebrachte Gemosere in den Reihen der SPD Genossen birgt große Gefahren. Sarrazins Ausschluss wird diesen Mann und vor allem seine Aussagen, die offenbar vielen aus der Seele gesprochen sind, nicht aufhalten. Die Lawine ist längst ins Rollen geraten.
Wenn die etablierten Parteien nicht endlich einsehen, dass die Auseinandersetzung mit Themen wie mißlungener Integration mehr als überfallig ist und ein vermeintlicher Minderheitenschutz bei Schulklassen mit 90% Kindern mit nichtdeutscher Herkunft längst surreal wirkt, müssen sie damit rechnen, dass sich um Sarrazin schnell eine Gruppe von Leuten versammeln könnte, um eine neue Partei zu gründen. Sie würde vermutlich viele Stimmen und Spendengelder bekommen, doch ist nicht ausgeschlossen, dass so eine Partei zwielichte Gestalten anzieht, die besser nicht in der Politik mitmischen sollten. CDU, FDP und SPD scheinen nicht zu begreifen, dass viele im Volk keinen Bock mehr darauf haben, über Transfermittel Parallelgesellschaften zu finanzieren und aufzubauen, die massive soziale und finanzielle Probleme in dieser Gesellschaft hervorrufen. Zumindest besteht bei vielen Menschen der Eindruck, dass dies so ist.
Der Ausschluss Sarrazins aus der SPD kann sehr schnell zur Gründung einer neuen Partei führen, die dann tatsächlich diese Gesellschaft spaltet. Die Lage ist nicht wegen Sarrains Äußerungen gefährlich sonderen wegen der anhaltenden Ignoranz der regierenden Politiker, die offenbar nicht begreifen, wie sehr es im Volk bereits gärt und brodelt. Nicht vergessen darf man in diesem Zusammenhang, dass die düsteren Rentenaussichten und der seit langem miserable Arbeitsmarkt mit erheblichen Perspektivitätsverlusten ein großes Frustpotential bergen und die Geschichte zeigt deutlich, dass dafür rasch mal ein Sündenbock herhalten muss. Zukunftsängste werden seit langem geschürt. Vieles wurde verschleppt, wie die Einführung von Mindestlöhnen, die ein würdiges Leben ermöglichen, in allen Beschäftigungsbereichen. Das ist ein brisanter Nährboden.
Thomas Shavan macht mit Zwischenringen, einem alten Pentax F2 / 50mm Objektiv in Retrostellung an Zwischenringen unglaubliche Makroaufnahmen. Das Geheimnis ist der Einsatz eines Blitzes mit einer Softbox.
|
|