Über Basel, Rheinfähren, Schweizer Franken und Wickelfische

Diesmal ging es in die  Schweiz. Wir flogen nach Basel, einem Ort am Rhein mit einer schönen Altstadt und historischen  Bauwerken. Wer erstmals hinfliegt, dürfte von dem besonderen Flughafen überrascht werden. Basel grenzt an Deutschland und Frankreich. Daher nennt man diese Gegend Dreiländereck. Der Flughafen ‚EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg‘ liegt in Frankreich. Er hat einen französischen (EU) und einen schweizerischen Bereich, die zolltechnisch wie unterschiedliche nationale Zonen gehandhabt werden. Eine eingezäunte Straße verbindet den Flughafen mit Basel. In kurzen zeitlichen Abständen fahren Busse zum Bahnhof Basel SBB. Eine Fahrt kostet 4 Schweizer Franken und dauert ca. eine Viertelstunde. Dann befindet man sich im Zentrum unweit der Altstadt.

Wir flogen morgens von Berlin nach Basel und abends zurück. Der Flug mit airberlin dauerte 1 Stunde und ein paar Minuten. Obwohl die Reisenden die EU verließen, gab es am Flugplatz keine sichtbare Zollpräsenz. Den Security Check interessierte der indiginerte Gesichtsausdruck des vor uns begutachteten Herren nicht, nachdem dieser aufgefordert worden war, alles aus seinen Taschen auf Tabletts zu legen, die durch einen Röntgenapparat fuhren. Peinlich berührt und mit einem vielsagenden, bangen Gesichtsausdruck legte er einen Brustbeutel neben sein Portemonnaie. Er wurde anstandslos durchgewunken.

Vor dem Bahnhof SBB befindet sich ein Platz, auf dem zahlreiche und häufig fahrende Straßenbahnen halten. Basel hat ein hervorragendes Bus- und Straßenbahnnetz. Die Altstadt ist zu Fuß schnell erreicht, doch kann man mit den Linien 8, 10 oder 11 zwei bis vier  Stationen fahren, um einen anderen attraktiven Ausgangspunkt für den Stadtrundgang zu wählen.  Dafür muss man keine neue Fahrkarte lösen. Laut den Infos der Stadt Basel auf ihrer Website basel.com „erhält jeder Gast, der in Basel logiert, beim Check-In kostenlos ein Mobilitiy Ticket“. Weiterhin: „Am Anreisetag garantiert die Reservationsbestätigung des Hotels einen kostenlosen Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Bahnhof oder vom EuroAirport zum Hotel.“

Marktplatz

Marktplatz

Wir fuhren mit der Straßenbahn zur Station ‚Bankverein‘ und schlenderten durch die  Freie Straße über den Marktplatz zum Rhein. Als Berliner, in einer Stadt lebend, die allerhand Modernes und Restauriertes aus der Nachkriegszeit zu bieten hat, erfreuten uns die historischen Häuser, die zum Teil vor mehreren Hundert Jahren erbaut waren und bis heute in einem guten Zustand erhalten wurden. Dadurch wirkte Basel keineswegs museal.  Es gab enge Gassen und manche Höhe war beim Stadtbummel zu erklimmen.

Der Rhein

Der Rhein - links das Hotel 'Grand Hotel Les Trois Rois'

Wir kamen an den Rhein und sahen eine Stadt, die auch in Italien oder Spanien liegen könnte. Dabei verzichteten die Baseler auf mediterranen Kitsch. Wir konnten keine Palmen entdecken, die jemand zur ‚Verbesserung‘ des Flairs aufgestellt hatte. Das hatte man auch nicht nötig. Die Rheinbrücken waren mit bunten Flaggen geschmückt.  Von der Mittelbrücke fiel der Blick auf das ‚Grand Hotel Les Trois Rois‘, das in seiner ursprünglichen Form erstmals 1681 erwähnt wurde.  Viele bekannte Persönlichkeiten, darunter Napoleon Bonaparte, haben hier logiert.

Am nördlichen Rheinufer gab es Stufen, auf denen die Baseler zur Entspannung saßen. Sie hatten einen guten Blick auf die Altstadt und den Fluss, auf dem kleine private Motorboote, Ausflugsdampfer und Binnenschiffe, aber auch Schwimmer vorbeizogen. Längliche Kähne pendelten von einem Ufer zum anderen. Es handelte sich um vier historische Rheinfähren, ohne eigenen Antrieb, die durch ein einfaches System aus über den Fluss gespannten Stahlseilen und einer nach gewünschter Fahrtrichtung Verstellung der Rumpflage durch die Strömung des Rheins durch diesen bewegt wurden.

Rheinfähre

Rheinfähre

Wir bekamen Durst und Appetit. Überall gab es Stände, Kioske und Läden mit ansprechenden Waren. Viele Baseler liefen mit 0,5 Literflaschen Coca Cola Zero herum. Manche aßen beim Gehen ein langes belegtes Brötchen. Beim Blick auf die Preise glaubten wir uns zu vergucken. Die kleine Colaflasche kostete 3,50 Franken, ein kleines belegtes Brötchen 4,50 Franken und ein simples Croissant 2,50 Franken.  Wir gingen zum nächsten Stand. Die Lage änderte sich nicht. Unsere Blicke fielen in einige Schaufenster. Wir nahmen die Preise wahr, die weit über dem  uns vertrauten Berliner Niveau lagen.

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Für das Thema sensibilisiert, entdeckten wir ein Geschäft der COOP-Kette. Leute gingen ein und aus, um sich ein Brötchen oder eine Getränkeflasche zu kaufen. Hier stellten wir fest, dass die Schweizer für ihre eigene Toblerone Schokolade mehr bezahlen mussten als die Deutschen bei sich zuhause. Die Preise für Aufschnitt und Fleisch waren doppelt so hoch wie in Deutschland. Uns wurde klar, warum diese bezaubernde Stadt nicht zu den Topp-Reisezielen der vagabundierenden Backpacker zählte.

Mittagspause auf einem öffentlichen Platz

Mittagspause auf einem öffentlichen Platz

Die Baseler verbrachten ihre Mittagspause an diesem sonnigen warmen Tag auf öffentlichen Plätzen oder am Ufer des Rheins. Aus einer der zahlreichen McDonald Filialen holten sie sich ihr Essen und speisten draußen. Die Leute wirkten entspannt.

Mittagspause im Rhein

Mittagspause am Rhein

Auf den Stufen am Ufer des Rheins

Auf den Stufen am Ufer des Rheins

Im schnell fließenden Rhein sahen wir die sogenannten Rheinschwimmer. Es ist hier üblich, mit einem wasserdichten Schwimmsack, in dem die Kleidung und ein Handtuch steckt, aber auch reichlich Luft, um ihm ordentlich Auftrieb zu geben, den Rhein hinunter zu treiben. Das sah nicht ungefährlich aus, aber die Leute hatten ihren Spaß daran. Die wasserdichten Säcke werden hier u.a. City Bag, Wickelfisch und Schwimmsack genannt.

Schwimmer im Rhein

Schwimmer im Rhein

treibend im Strom

treibend im Strom

Tipps:
1. Nehmt eine leere Wasserflasche mit! An vielen Stellen findet man Trinkbrunnen mit sehr gutem Wasser.
2. Nehmt ein Handtuch mit! An heißen Tagen ist eine kurze Abkühlung im Rhein angenehm.

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