Mit starrer Welle ohne Hilfe aus dem Hafen gelangen

Zugegeben, ich bin Motorbootanfänger und es hat sich noch kein tiefes Vertrauensverhältnis zum neu erworbenen  Boot (26 Jahre alt) entwickeln können. Aber das Rückwärtsfahren aus dem Liegeplatz ist mit einem Spitzgatter mit starrer Welle  und ohne Helfer, der mit dem Bootshaken die Drehung und das Positionieren des Bootes unterstützt, ein heikler Vorgang, wenn  dicht um einen herum viele schöne teure Bötchen in ihren Liegeplätzen dümpeln.  Gut, dass es diese schmalen Stege zwischen den Booten gibt und Fender, die einen Rempler abfangen. Die Übungen ‚Auf der Stelle wenden‘ sowie das Aufstoppen aus der Bootsfahrschule sollten einem wieder einfallen. Im Kurs hatte das wendige Boot einen Außenborder, bei dem sich der Sinn der Übung nicht so richtig erschloss, aber beim jetzigen Boot war sie die gesuchte Herangehensweise. Abgesehen vom Radeffekt, der je nachdem ob ein Boot eine links- oder rechtsdrehende Welle hat, sein  Heck nach links oder rechts wandern läßt, gibt es auf den kurzen Strecken, die für die Manöver im Hafen verfügbar sind, praktisch keine Ruderwirkung im Rückwärtsgang.  Das Boot dreht nur im Vorwärtsgang. Also fährt man ganz langsam ein kleines Stückchen rückwärts aus seinem Liegeplatz und kehrt dann den Schub um, um den Bug  in Vorwärtsfahrt ein Stück weit in die gewünschte Richtung zu drehen. Das klappt natürlich nicht auf Anhieb; man muss es schnell nacheinander wiederholen und darf dabei nicht hektisch werden. Das dauert eine Weile. Allmählich dreht sich das Boot so, dass man rückwärts aus dem Hafen fahren kann.  Dabei hofft man auf das Ausbleiben von kräftigen Wind und Wellen von den gelegentlich vorbeifahrenden Ausflugsdampfern und träumt von einem Bugstrahlruder.

Mir gelang das heute unter den Blicken von einigen Leuten, die in den Plichten ihrer Boote saßen oder auf den Stegen  wichtige Themen besprachen. Ein Frau ging vorsichtshalber zu einer Stelle, von der sie annahm, dass ich dort aufgeben oder einen Schubs gebrauchen könnte. Das war nett, doch gelang das Manöver und ein lautes  „Sauber!“, das von einem Boot herüberscholl, tat gut. Das werde ich noch einige Male üben müssen.

0 Kommentare zu Mit starrer Welle ohne Hilfe aus dem Hafen gelangen

  • Uwe

    Hallo,
    das tut gut zu lesen das andere auch so ihre Probleme mit der starren Welle haben! Ich habe seit ca. 1 Woche ein Stahlkajütboot und wäre auch schon fast vom Glauben abgekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass das eine so knobelige Angelegenheit ist. Ich werde deine Tips in meine Übungsbemühungen zu integrieren versuchen!

    Uwe

    Anmerkung von oxly: Viel Erfolg bei deinen Bemühungen. Das Fahren mit der starren Welle bekommt man in den Griff. Eventuell musst du dir einen bequemeren Liegeplatz suchen.

  • Uwe

    Ich habe z.Z. noch einen 10m Liegeplatz (für ein 6,5m Boot), aus dem ich auch noch rückwärts über die Steuerbordseite raus muss, um dann über Backbord aus dem Hafen auszufahren. In ein paar Wochen kann ich aber auf die andere Seite im Hafen, in eine 7m Box wechseln, aus der ich dann über die Backbordseite ausfahren kann. Dann müsste mich der Radeffekt gleich in die richtige Position bringen. Auch beim Einfahren und Aufstoppen sollte das hilfreich sein.
    Der Hafenmeister hatte auch gleich solche Andeutungen gemacht (das der andere Liegeplatz für mich dann besser sei) nachdem er mitbekam das ich eine starre, rechtsdrehende Welle habe.

    Danke für die guten Wünsche, ich denke die werde ich noch brauchen bis ich die Seite wechseln kann 😉

    Uwe

  • Kunibert

    Kommst du mittlerweile mit deiner starren Welle klar?

    Kunibert

Schreibe einen Kommentar

Du kannst diese HTML tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

  

  

  

Löse die Aufgabe: *