Dieselpest im Tank

Unbemerkt von vielen Bootseignern findet im Tank ihres Bootes ein Drama statt. Durch lange Standzeiten und steigende Anteile von Biozusätzen ist Diesel im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für Mikroorganismen. Der Kraftstoff altert. Biogene Bestandteile werden ranzig. Am Boden des Tanks bildet sich ein Schlamm, der immer dicker wird und höher steigt. Es entstehen drei Schichten. Oben befindet sich der gesunde Diesel, dann folgt der Dieselschlamm und darunter eine Schicht Wasser. Allerdings vermischen sich die Schichten beim Fahren und/oder Wellengang.

Das Röhrchen, durch das der Treibstoff aus dem Tank gesaugt wird, ragt tief nach unten, um auch bei geringem Füllstand seine Aufgabe zu erfüllen und kommt mit dem Schlamm in Kontakt. Er wird eingezogen. Auf dem Weg zum Motor gibt es einen Wasserabscheider, in dem Wasser und Schlamm nach unten sinken und sich somit vom Treibstoff trennen. Am Motor selbst befindet sich ein weiterer Filter.

Diesel und Mikroorganismen

Diesel und Mikroorganismen

Mit intakten Filtern ist der Dieselschlamm zwischen dem Tank und dem Motor unproblematisch. Allerdings kann es im Tank zu einem Problem kommen. An der Öffnung des Röhrchens, durch das der Treibstoff gesaugt wird, befindet sich ein engmaschiges Sieb. Es soll verhindern, dass unerwünschte Teilchen mit dem Kraftstoff zum Motor transportiert werden. Die engen Maschen des Siebs können durch den gelartigen Schlamm verstopfen. Allmählich wird es für den Motor immer schwerer, Diesel aus dem Tank zu saugen, um sich mit Treibstoff zu versorgen.

Es kommt zu Motorstopps, deren Ursache zunächst gar nicht erkennbar sind. Eine Prüfung der Kraftstofffilter hinter dem Tank deutet auf nichts Problematisches hin. Erst durch das Öffnen des Tanks und eine Untersuchung der Substanz auf seinem Boden und der Öffnung des Röhrchens zeigt, was passiert ist.

Verstopftes Sieb am Treibstoffrohr

Verstopftes Sieb am Treibstoffrohr

Saugt man den Diesel ab und lässt die trübe Flüssigkeit in Kanistern stehen, sinken Schlamm und Wasser auf den Grund und der saubere, darüber befindliche Diesel kann in den Tank zurückgefüllt werden. Das Sieb am Einsaugröhrchen wird gereinigt und zur Vermeidung einer neuen Dieselpest wird dem Treibstoff ein Additiv beigemischt.

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Es ist ratsam, dies am Ende der Winterzeit an Land zu machen, weil dann auf jeden Fall gewährleistet ist, dass alles nach unten Sinkende unten ist. Bringt man durch die Tanköffnung vorsichtig einen Schlauch ein und saugt von unten Diesel aus dem Tank. Ob er gründlich gereinigt und desinfiziert werden muss, ist häufig wegen des Aufwands und der Unzugänglichkeit fraglich, jedoch bekommt man auf die beschriebene Weise einen großen Teil des frei beweglichen, gelartigen Schlamms heraus. Das Tanken von V-Diesel oder Care Diesel vermindert das Auftreten der Dieselpest. Sea-Help, ein Rettungsdienst auf dem Wasser, empfiehlt den Zusatz Diesel Plus. Unter Bootsfahrern wird Grotamar genannt, das auch von der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger verwendet wird.

Wesentlich ausführlicher ist das Thema hier dargestellt:  Dieselkraftstoff

Eine Antwort auf: Dieselpest im Tank

  • Moritz

    Im vergangengen Jahr hatten wir wegen der Dieselpest einen Motorausfall. Glückerweise war es windstill und wir konnten das Boot mit Paddeln aus der Fahrrinne bringen.
    LG Moritz

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