Sturz vom Hausboot. Mann über Bord!

Im Unterricht zum Erlangen eines Sportbootführerscheins wird das Vorgehen beim Überbordgehen einer Person vermittelt. Als erste Reaktion nach dem Vernehmen des Rufes „Mann über Bord“ hat der Rudergänger sofort den Motor auszukuppeln und das Heck des Bootes mit harter Ruderlage von der treibenden Personen wegzudrehen.

Der beabsichtigte Zweck dieser Maßnahme besteht darin, zu verhindern, dass die über Bord gefallene Personen gegen das Boot stößt und im schlimmsten Falle von der Schiffsschraube verletzt wird. Im wahren Leben wird ein Sportboot meist schneller an der über Bord gefallen Person vorbei gefahren sein, als der Rudergänger und das Boot reagieren können. Im günstigsten Fall gelingt es, den Motor auszukuppeln und somit seine Kraft nicht mehr auf die Schiffsschraube wirken zu lassen. Soviel zur Theorie und Praxis.

Zwei parallele Schwimmkörper

Zwei parallele Schwimmkörper

In den vergangenen Jahren wurde ein Bootstyp populär, der gerne von Charterbetrieben für den Wassertourismus angeboten wird. Der Rumpf besteht aus zwei parallelen röhrenartigen Schwimmkörpern, auf denen eine Plattform montiert ist. Im Prinzip ist die Konstruktion ein Katamaran, also ein Schiff mit zwei Rümpfen. Auf der Plattform befindet sich eine Hütte im Stil einer Gartenlaube. Sie nimmt dreiviertel der Fläche ein. Vor der Hütte, also in dem Bereich, der beim Boot Bug heißt, befindet sich eine Art Terrasse. Hier hält sich auf, wer auf diesem Bootstyp im Freien sitzen möchte.

Terrasse auf dem Vorschiff

Terrasse auf dem Vorschiff

Wer bei Fahrt vorne runterfällt, landet zwischen den Schwimmkörpern unter dem Hausboot.

Bei schönem Wetter wird es nicht verwundern, wenn Menschen auf dem Boot an der vorderen Kante sitzen und ihre Füße ins Wasser baumeln lassen. Doch dies ist gefährlich. Wer über Bord fällt und zwischen die beiden Schwimmkörper gerät, rutscht automatisch nach hinten durch und stößt achtern gegen den Motor. Die Person über Bord kann schwere Verletzungen durch die drehende Schiffsschraube davontragen. Mit schnellem Reaktionsvermögen gelingt es dem Rudergänger möglicherweise, sie rechtzeitig auszukuppeln, doch das gelernte Wegdrehen des Hecks bringt gar nichts, wenn sich eine Person unter dem Boot zwischen den beiden Schwimmkörpern befindet.

Drehende Schiffsschraube am Ende des Tunnels.

Drehende Schiffsschraube am Ende des Tunnels.

Die Schwimmkörper haben nur einen geringen Tiefgang und mit kühlem Kopf taucht man leicht seitlich unter ihnen hindurch, um neben das Boot zu gelangen. Fraglich ist deswegen, inwieweit eine Schwimmweste auf solchen Hausbooten sinnvoll ist. ist. Tauchen geht nicht mehr und der Abstand zwischen der Plattform und der Wasseroberfläche kann so gering sein, dass eine Person mit Schwimmweste hängenbleibt.

Vorne sitzen. Keine gute Idee

Vorne sitzen. Keine gute Idee

Dieser Bootsverleiher hat rundum sein Fahrzeug zwei umlaufende Holzbretter geschraubt. Ist das Boot in Fahrt und fällt jemand vorne runter, wird die Person unvermeidlich vom Boot angestoßen und danach überrannt. Der Schiffsführer darf gar nicht zulassen, dass während der Fahrt jemand an der Stelle ohne Fallsicherung sitzt.

3 Antworten auf: Sturz vom Hausboot. Mann über Bord!

  • Erika S.

    Solange unsere Kinder klein sind, chartern wir konventionelle Boote. Mein Mann hat unseren ‚Ältesten‘ knapp vor einem Sturz unter ein Holzfloß gerettet.

  • Julius Gartenhecke

    Sollte der Bootsvermieter vorne einen Gitterzaun anbringen so wäre es nicht möglich vorne seine Füße ins Wasser baumeln zu lassen.
    Somit kommt keiner unters Boot.
    Beine kann man dann an der Seite ohne Gefahr ins Wasser hängen lassen.
    mfg Julius

  • Lea

    Die beschrieben Gefahr wird unterschätzt. Beim Fall vor das Floß gibt es keine Möglickeit des seitlichen Ausweichens mehr.

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