Die Schwebefähre in Osten

Im niedersächsischen Örtchen Osten, am Fluss Oste gelegen, befindet sich die älteste Schwebefähre Deutschlands. Erst 1974 wurde hier eine Brücke fertiggestellt, die den Fluss überquert, aber bis dahin war die Schwebefähre eine wichtige Verbindung zwischen dem flachen Land entlang der Elbe, der so genannten Marsch, die für den Anbau von Obst genutzt wird und der höher gelegenen Geest. 1899 beschlossen die Ostener, ihre Schwebefähre zu bauen. Die Sicherstellung der Finanzierung, die Planung und Organisation des Vorhabens sowie die Anfertigung von stählernen Teilen in weit entfernten Werken dauerte mehrere Jahre.

Der Bau, beziehungsweise die Montage, begann im Frühjahr 1909. Im Oktober desselben Jahres nahm die Schwebefähre ihren Dienst auf. Für den Ort erwies sich die Investition als lukurativ. Neben den Erleichterungen bei der Überquerung des Flusses erwirtschaftete die Gemeinde Einnahmen in beträchtlicher Höhe, denn die Nutzung war kostenpflichtig. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigerte sich die Zahl der Kraftfahrzeuge stetig und damit die Einnahmen.

Schwebefähre in Osten-Hemmoor

Schwebefähre in Osten-Hemmoor

Selbst als erkennbar wurde, dass die Schwebefähre in wenigen Jahren den Dienst einstellen würde, war dies für den Ort einträglich. Der Fluss Oste ist eine Bundeswasserstraße und im Jahre 1965 erhielt die Gemeinde von der Bundesregierung 300.000 DM und vom Landkreis weitere 125.000 DM für die Auflösung ihres Fährrechts. Dies stand im Zusammenhang mit dem anstehenden Bau einer Brücke bei Osten, die 1974 für den Verkehr freigegeben wurde.

Damit wurde die Schwebefähre im Sinne ihrer ursprünglichen Bestimmung bedeutungslos. Aber die Ostener gaben sie nicht auf. Sie wurde zum technischen Baudenkmal erklärt und eine Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten e.V. gegründet. Sie kümmert sich um die Instandhaltung der Schwebefähre und ihrer Bedeutung als Denkmal und Museum. In allen regionalen Reiseführern ist die Schwebefähre als touristische Sehenswürdigkeit aufgeführt.

Sie ist immer noch in Betrieb. Ein gemütlicher Fährmann im blau-weiß gestreiften Fischerhemd fährt interessierte Besucher gegen eine kleine Gebühr über die Oste und zurück. Während der Schwebefahrt erfahren sie, dass das Gerüst, an dem die Gondel hängt, so hoch gebaut wurde wegen der zahlreichen Segelschiffe mit langen Masten, die einst die Oste befuhren.

Unser Video über die Schwebefähre. Fahren Sie mit!

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