Standgasproblem beim HONDA BF 2.3

Nach erfolgreichem „Wässern“ und „Quellen“ ist mein hölzener 15er Jollenkreuzer CALMAR in Leistenbauweise nun dicht. Zwar ist der Mast noch nicht an Bord, aber das gute Wetter Ende April 2013 verleitet doch zu einer kleinen Probefahrt. Mein Boot liegt in der Binnenmüritz. Durch einen Wasserweg geht es hinaus zum großen Müritzsee. Die Müritz liegt draußen in Fahrtrichtung hinter der roten Tonne 52. Aufgrund ihrer langen schräg gestreckten Form gibt es eigentlich nur ein Ost- und ein Westufer. Das Ostufer ist fast gänzlich Naturschutzzone. Mit etwas Glück sind Fischadler beim Jagen im sauberen Wasser zu beobachten. Die Müritz ist zum Glück frei von Industrieansiedlung und mit einer Fläche von 112 km² der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt.

Tonne in der Müritz

Tonne in der Müritz

Das ist eine große Fläche. Alleine die Distanz vom Bootsschuppen zur Tonne beträgt etwa 1,9 sm. Mit dem kleinen HONDA 2.3 BF Motor mit Drehgaspinne und Fliehkraftkupplung ca. 30 min Fahrzeit in gemütlicher Marschfahrt. Solange braucht es, bis man die große Müritz dann erstmals ein wenig voraus sieht. Der Motor ist ein sehr leichter und tragbarer Einzylinder Viertakter mit 57ccm und zwei Ventilen. Dieser Motor ist von HONDA für den weltweiten Einsatz mit Benzin konzipiert.

Meines Erachtens behagt ihm der in der EU nun inzwischen übliche Mix mit bis zu 5% Biodiesel Beimischung im Super (das wird aus Steuergründen nahezu immer ausgeschöpft) und bis zu 10% Biodiesel im Kraftstoff E10 nicht besonders. Erhöhter Qualm bei Kaltstart und schlechteres Laufverhalten im Standgas sind die Folge. Zudem gibt es schillerndes „Öl“ auf dem Wasser, wenn mal ein Tropfen dieses Benzins beim Betanken vorbei geht. Im Grunde ist das hier erhältliche Benzin inzwischen ein sehr leichtes Zweitaktgemisch, was hier nun im Viertakter zwangsweise alles verbrannt wird. Ob das nun der Umwelt dient, ist eh fraglich. Dem Motor und der Leistung jedenfalls nicht. Gerade bei diesen kleinen Motoren scheint ins Gewicht zu fallen, was die Laufeigenschaften angeht.

Problematisch ist die Grundeinstellung für Standgas bei diesem Motor zu finden. Wünschenswert wäre unbedingt mal eine Verstellschraube am Bowdenzug zum Gasgriff, von aussen leicht erreichbar, denn das Standgas muss ja so hoch eingestellt sein, dass der Motor im Warmzustand rund läuft und nicht ausgeht, aber auch so niedrig dass die Fliehkraftkupplung noch nicht greift und die Schraube erst einmal noch ruhig steht. Zum Einstellen muss beim HONDA BF 2.3 der Deckel abgenommen werden und der darunter liegende Tank gelöst werden. Das ist ärgerlich, zumal so im Stand keine unmittelbare Überprüfung des jeweiligen Einstellergebnisses möglich ist. Mehrmaliges Versuchen und Basteln ist notwendig. Umso unangenehmer, wenn der Motor am Bootsspiegel hängt. Interessant wäre mal zu hören, was andere HONDA BF 2.3 Besitzer für Erfahrungen mit dem hier zu Land erhältlichen Benzin und der Standgaseinstellung gemacht haben? Gibt es ggf. von anderen Herstellern oder Produkten (meinetwegen Rasenmäher) nicht einen einfachen Strecker, den man in den Bowdenzug selbst einsetzen kann zum Regulieren der Hülsenlänge? So könnte man das Standgas bei Bedarf jederzeit selbst ohne großen Aufwand nachjustieren. Ideen dazu gerne an info@sightwalks.de

4 Antworten auf: Standgasproblem beim HONDA BF 2.3

  • R. Glasewald

    Hallo, ich habe mir im Frühjahr den Vorgänger (BF2D) gebraucht gekauft. Er lief nur mit gezogenem Choke. Konnte alle Fehler meines Vorgängers ausmerzen – so glaube ich. Leerlauf sollte man im Wasser unter Betriebsbedingungen einstellen. Nicht an der Drosselklappe, sondern an der so genannten Leerlaufgemischschraube. Ich habe aber seit gestern Zweifel. Musste die Drosselklappe ein wenig öffnen. Habe im Trockentest grob eingestellt. „Feintuning“ erfolgt im Wasser. Ganz bestimmt liegt es nicht am E10/E5. Dieses Gemisch beim Tanken zu verkleckern, sollte man verhindern, wie man das Verkleckern reines Bezines verhindern soll. Trichter !!!
    Schicke mir doch Detailfotos vom Vergaserbereich. Ganz bestimmt findet sich eine Lösung. Die Anschlagschraube meins BF2 ist leicht erreichbar. Beim Nachfolger ist dieser Bereich zugebaut. Ein kleiner Messingkeil am feststehenden Anschlag der Drosselklappe, der verstellbar und arretierbar ist, könnte Abhilfe schaffen.

    R.Glasewald
    0176 / 867 48 738

  • armun

    Also ein ganz wichtiger Tipp. Wer einen Honda BF 2,3 oder BF 5 jemals in der Praxis erlebt hat lässt die Finger davon. Beide sind zu laut und entwickeln zu wenig Leistung bzw. setzen diese wegen falscher Propeller und Getriebe Abstimmung nicht annähernd um.
    Der BF 5 ist ein über 30 Jahre altes Motorkonzept. Die Korrosionsbeständigkeit ist im Salzwasser miserabel. Ich empfehle Yamaha oder Mercury.

  • Nun, meine Erfahrungen sind eigentlich eher anders. Auf meinem Schlauchboot ist ein BF 2.0 installiert. Der erwähnte „Lärm“ kann ich so nicht bestätigen. Ich fahre mit etwa 70% Leistung.Hier klingt der Motor angenehm. Mit Vollgas wird es natürlich etwas mehr, aber immer noch akzeptabel. Für mein Schlauchi genau der richtige Antrieb. Vollgas: 9-10 Kmh mit einem Intex Mariner 4.

  • Pascal

    Update zu HONDA BF.2.0

    Leider scheint der kleine HONDA noch ein weitees Problem zu haben, nämlich das (zu frühzeitige) Brechen der Scherbolzens auf der Propellernabe. Innert 2 Monaten ist mir mitten auf der See 6x (!) der Scherbolzen gebrochen, Nein, keine hohen Wellen, keine Bodenberührung, einfach nichts! Alles wurde durch zwei unabhängige HONDA-Händler überprüft. Alles ok. Welle gerade, Zahnkränze ok und Prop ausgetauscht usw. Viel Geld reingesteckt für nichts und abermal nichts.
    Vor zwei Tagen auf dem „Vierwaldstättersee“ in der Schweiz, nach einer Ausfahrt von 1.30 Min, kurz vor der Hafeneinfahrt…… wieder Bruch des Scherstifts.
    HONDA YO HAVE A BIG PROBLEM!
    Meiner Ansicht nach, ist der kleine HONDA BF 2.0 nicht auf „Dauerleistung“ ausgerichtet, sondern eher als „Flautenschieber“ gedacht. Der Scherbolzen ist meiner Ansicht nach falsch berechnet, bzw. er ist zu weich. Für mich gibt es aufgrund der bisherigen negativen technischen èberprüfungen, keine andere Erklärung mehr. Verstärkt wird meine Vermutung dadurch, dass ich 1 Woche zuvor einen fabrikneuen Originalbolzen eingesetzt habe und dieser nach einer Volllastfahrt von ca. 70 Minuten , erneut optisch überprüft hatte , also zu einem Zeitpunkt, an welchem der befürchtete Bruch noch nicht eingetroffen ist. Dabei zeigte sich, dass sich der Bolzen bereits leicht gekrümmt hatte und kurz vor dem erneuten Bruch stand. Meiner Ansicht taugt das für diesen Bolzen verwendete Material nichts und wiedersteht keiner längeren Volllast-Beanspruchung. Mag sein, dass bei grösseren Modellen die Sache besser aussieht, aber beim BF 2.0 und ich vermute auch beim fast baugleichen Nachfolger BF 2.3 sieht die Sache ziemlich schlecht aus.
    Was meint HONDA dazu? Natürlich wie die meisten Firmen in solchen Fällen: „Das Problem ist uns nicht bekannt und wir haben diesbezüglich noch keine Reklamationen“ gehabt.. . (Wow) Natürlich nicht, was denn sonst?
    Also, an alle welche mit dem Gedanken spielen, sich für das kleine Schlauchboot oder Dinghy einen kleinen HONDA zuzulegen…… als „Hafentucker“ oder Flautenschieber ok. Volllast-Ausfahrten nur mit Ersatzstift und geeigneten Werkzeug.

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