Oxly Boote

Standgasproblem beim HONDA BF 2.3

Mecklenburg-Vorpommern

2013 © Norbert Mielke

Nach erfolgreichem “Wässern” und “Quellen” ist mein hölzener 15er Jollenkreuzer CALMAR in Leistenbauweise nun dicht. Zwar ist der Mast noch nicht an Bord, aber das lang ersehnte gute Wetter Ende April 2013 verleitet zu einer Probefahrt. Mein Boot liegt in der Binnenmüritz. Durch einen Wasserweg geht es hinaus zum großen Müritzsee. Die Müritz liegt draußen in Fahrtrichtung hinter der roten Tonne 52. Aufgrund ihrer langen schräg gestreckten Form gibt es eigentlich nur ein Ost- und ein Westufer. Das Ostufer ist fast gänzlich Naturschutzzone. Mit etwas Glück sind Fischadler beim Jagen im sauberen Wasser zu beobachten. Die Müritz ist zum Glück frei von Industrieansiedlung und mit einer Fläche von 112 km² der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt.



Das ist eine große Fläche. Alleine die Distanz vom Bootsschuppen zur Tonne beträgt etwa 1,9 sm. Mit dem kleinen HONDA 2.3 BF Motor mit Drehgaspinne und Fliehkraftkupplung ca. 30 min Fahrzeit in gemütlicher Marschfahrt. Solange braucht es, bis man die große Müritz dann erstmals voraus sieht. Segeln ist immer eine riskante Sache. Steht der Wind günstig und bleibt er das? Heutzutage bieten Apps entsprechende Infos auf den Smartphones. Wie auch immer, auf einem ausgedehnten Gewässer sollte man einen Motor an Bord haben, falls Segeln aus irgendwelchen Gründen nicht angemessen ist.

Mein Flautenschieber ist ein sehr leichter und tragbarer Einzylinder Viertakter mit 57ccm und zwei Ventilen mit maximal 2,3 PS Leistung, ein besserer Rasemähermotor, aber ausreichend für meinen leichten Jollenkreuzer. Der Außenborder ist von HONDA für den Einsatz mit Benzin konzipiert. Meines Erachtens behagt ihm der in der EU nun inzwischen übliche Mix mit bis zu 5% Biodiesel Beimischung im Super (das wird aus Steuergründen nahezu immer ausgeschöpft) und bis zu 10% Biodiesel im Kraftstoff E10 nicht besonders. Erhöhter Qualm bei Kaltstart und schlechteres Laufverhalten im Standgas sind die Folge. Zudem gibt es schillerndes “Öl” auf dem Wasser, wenn mal ein Tropfen dieses Benzins beim Betanken vorbei geht. Wer möchte das in einen Naturschutzgebiet?

Im Grunde ist das hier erhältliche Benzin inzwischen ein sehr leichtes Zweitaktgemisch, was hier nun im Viertakter zwangsweise alles verbrannt wird. Ob das nun der Umwelt dient, ist eh fraglich. Dem Motor und der Leistung jedenfalls nicht. Gerade bei diesen kleinen Motoren scheint ins Gewicht zu fallen, was die Laufeigenschaften angeht.

Problematisch ist die Grundeinstellung für Standgas bei diesem Motor zu finden. Wünschenswert wäre unbedingt mal eine Verstellschraube am Bowdenzug zum Gasgriff, von aussen leicht erreichbar, denn das Standgas muss ja so hoch eingestellt sein, dass der Motor im Warmzustand rund läuft und nicht ausgeht, aber auch so niedrig dass die Fliehkraftkupplung noch nicht greift und die Schraube erst einmal noch ruhig steht. Zum Einstellen muss beim HONDA BF 2.3 der Deckel abgenommen werden und der darunter liegende Tank gelöst werden. Das ist ärgerlich, zumal so im Stand keine unmittelbare Überprüfung des jeweiligen Einstellergebnisses möglich ist. Mehrmaliges Versuchen und Basteln ist notwendig. Umso unangenehmer, wenn der Motor am Bootsspiegel hängt. Interessant wäre mal zu hören, was andere HONDA BF 2.3 Besitzer für Erfahrungen mit dem hier zu Land erhältlichen Benzin und der Standgaseinstellung gemacht haben? Gibt es ggf. von anderen Herstellern oder Produkten (meinetwegen Rasenmäher) nicht einen einfachen Strecker, den man in den Bowdenzug selbst einsetzen kann zum Regulieren der Hülsenlänge? So könnte man das Standgas bei Bedarf jederzeit selbst ohne großen Aufwand nachjustieren. Ideen dazu gerne an info@sightwalks.de


16. 3. 2017 00:49/ Kommentar über Facebook

Stephan Redecker: Die Probleme sind beim 2,3 bekannt. Alle kleinen Honda sind beim Vergaser sehr empfindlich. Nur super ohne "E" nutzen, Vergaser immer bei Standzeit leerlaufen lassen. Der Motor ist von Handling und Gewicht ja einzigartig. Alternativ mal über einen Toqueedo nachdenken.