Oxly Boote

Gastliegeplatz in Potsdam. Glienicker Brücke

Anlegen unmöglich!

Thomas Gade

Wer auf der Havel oder den Seen um Potsdam mit dem Boot unterwegs ist, könnte angesichts der schönen historischen Gebäude und Parks am Ufer auf die Idee kommen, irgendwo anzulegen, und die Umgebung zu erkunden. Der Blick von der Glienicker Brücke auf die Umgebung ist einen Stopp wert. Das Schloss Glienicke und der Park Babelsberg befinden sich für Wanderfreudige in fußläufiger Entfernung. An der Glienicker Brücke, die Berlin und Potsdam verbindet und damit die Bundesländer Berlin und Brandenburg, gibt es eine Anlegestelle für Sportboote, die sogar mit dem Zeichen der Gelben Welle versehen ist. Die Örtlichkeit wirft Fragen nach dem Sinn der Tafel auf, weil keinerlei Service vorhanden ist, der mit dem Zeichen der Gelben Welle üblicherweise in Verbindung steht. Es gibt hier weder sanitäer Anlagen noch einen Hafenmeister.


Anlegestelle mit dem Zeichen der Gelben Welle



Aus der Entfernung wirkt der Liegeplatz lang und zwischen den ein oder zwei festgemachten Booten ist eine große Lücke. Beim Näherkommen wird klar, warum hier kein Boot liegt. Es gibt mittig keine Poller oder Klampen zum Festmachen! An den beiden Enden der Anlegestelle, befinden sich Treppen, die nach oben führen. Davor sind Plätze mit Bänken. Für Angler sind das schöne Stellen.




Von Anglern besetzt.

Bei unserem Versuch, hier anzulegen, war ein Platz belegt und der andere mit mehreren Angeln bestückt, deren Schnüre zum Blei und Köder auf dem Grund der Havel gespannt waren. Der Angler dachte nicht im Traum daran, sie einzuholen und den Platz für ein Boot freizugeben. Seine korpulente Begleiterin hatte sich die Bank als Ablage für Geräte und Verpflegung aber auch als Sitzplatz eingerichtet. Ihr Gesichtsausdruck war der Trotz pur. Das vor dem Kai dümpelnde Boot wurde wegsehend ignoriert. Ein Überfahren der Angelschnüre hätte zu Streit geführt und die Unversehrtheit des Bootes während der Abwesenheit der Bootsfahrer in Frage gestellt. Die Nutzung der langen freien Fläche unter der Brücke war wegen des Fehlens von Pollern ausgeschlossen.




Glienicker Brücke. Anlegestelle (?) für Sportboote


Der mittlere Bereich des Liegeplatzes ist ohne Poller.

Diese Anlegestelle ist ein schlechter Scherz und die Stadt Potsdam täte gut daran, die Lage vor Ort zu verbessern. Hier fahren viele Boote vorbei und manche ihrer Fahrer würden hier gerne mal anlegen.

Kommentare


90PS 30. Mai 2011 at 23:09

Hast du eine Berliner Bootskennzeichnung? Dann musst du damit rechnen, dass einige Brandenburger deinetwegen nicht zur Seite rücken. Die fehlenden Poller auf dem mittleren Stück sind unglaublich bei einem Anlieger mit Gelbe Welle Schild.

Susan 31. Mai 2011 at 07:47

Wir shippern gerne in der Umgebung, so vom Wannsee bis Brandenburg auf den Havelseen, und können den Inhalt des Beitrags gut nachvollziehen. Manchmal sind nicht mal die in der Karte eingezeichneten Liegeplätze für Motorboote vorhanden. In Caputh beispielsweise. Den Wasserausflüglern könnte mehr geboten werden. Die Restaurants werden den Unterschied bemerken. Vielleicht trifft man sich mal auf dem Wasser. Wir haben eine Saga 27 mit gelben Vorhängen und Platz für ein kleines Schlauchi als Beiboot. Damit sind wir vor Anker flexibel. Susan

Sabine 1. Juni 2011 at 10:34

Es gibt gute und schlechte Anlegestellen. Leider sind auch andere an schönen Stellen so minderwertig. Deutschland sollte sich ein Beispiel an Holland nehmen. Dort wird viel Wert auf gute freie Liegeplätze gelegt. LG. Sabine

Matthes 16. Juni 2011 at 23:56

Jawoll, so ist das in Potsdam. Die reichen Uferanwohner wollen wohl keine kostenlosen Parkplätze für Boote. Da könnte ja sonstwer sein Boot abstellen. Die Angler, vielleicht Hartz IV, wissen gar nicht, mit wem sie da im Bunde stehen.

Lothar 11. September 2011 at 14:50

Hallo, vielen Dank für die hilfreiche Info.
Wir sind im Mai 2012 in der Potsdamer Region unterwegs und hatten den Anleger an der Glienicker Brücke schon fest mit eingeplant.

der Traurige 13. Mai 2012 at 06:43

Schade, dass Du ein sonst interessantes Thema zur Diffamierung anderer missbrauchst.
In der schwärzesten Zeit der deutschen Geschichte wurde eine Bevölkerungsgruppe auch nicht sofort vergast. Erst wurden die in den Medien schlecht dargestellt. Jeder kannte damals aus eigener Anschauung welche, die sich z.B. als Kredithai, Abzocker u.s.w beschäftigten, genauso, wie heute jeder schon Hilfebedürftige morgens besoffen anner Tränke gesehen hat. Dazu der passende Medienrummel und schon kann man denen ungestraft normale Bürgerrechte entziehen und der blöde deutsche Michel findet nichts dabei. Oder hast Du aufgeschrien, als sich der Ober-Jobcenter-Fuzzi fast einer Million „Sanktionen“ rühmte?
Es hat ja auch keiner aufgeschrien, als die KZ-Transporte losgingen…
Also was haben störrische Angler mit Hartz-4-Empfängern zu tun?
Freu Dich, noch lassen wir die, die Ihren gottähnlichen Sachbearbeiter nicht ernst nehmen, hungern und aus der Wohnung fliegen – wie es weitergeht weiß ich nicht, sehe aber derzeit keine Grenzen, es kann sich auch die Geschichte wiederholen? Wer schützt uns davor?
Sei bitte zukünftig besser darauf bedacht, solche nebensächlichen, vielleicht sogar lustigen Äußerungen zurückhaltender zu verwenden, leider gehört es heute schon zum „guten Ton“ auf andere Schwächere einzutreten. Beteilige Dich bitte nicht daran und mache Dich nicht mitschuldig an der kommenden Entwicklung.

Hotte 13. Mai 2012 at 21:30

Hi der Traurige: Der Matthes sieht doch die Schnodderigkeit weniger beim Angler als bei den Reichen, die seiner Ansicht nach gegen das kostenlose Parken von Booten sind. Es ist schon ein dickes Ding, dass man so eine Stelle zur Anlegestelle für Sportboote erklärt und dann gibt es über den größten Teil nicht mal Poller zum Festmachen. Das haben keine Hartz-4-Empfänger zu verantworten, sondern die Stadtverwaltung, die schon aufgrund der Bootscharterunternehmen und vielen Marinas, die Geld in die Gemeinde spülen, das Wasserwandern unterstützen müßte.